Vegan Essen in Zürich: Unsere liebsten Restaurants

Z&J Traveling: Auch auf Reisen verbringen wir die meiste Zeit mit Essen – und das wollen wir natürlich mit euch teilen. Wo gibt’s gutes veganes Essen in Barcelona, Athen und Kopenhagen? Wohin sollte man unbedingt gehen, wenn man in New York, Lissabon oder Mallora ist? In unseren Travelguides verraten wir euch, wo es uns am besten geschmeckt hat.

„Grüßli aus Zürich! Wetter super, Stadt super, Gäng super, alles teuer.“

So in ungefähr hätte unsere Postkarte ausgesehen, wenn wir denn Zeit gehabt hätten, irgendwem zu schreiben. Aber tatsächlich haben wir uns auf ein kurzes Abenteuer in der Schweiz eingelassen, bei dem wir vor lauter Stromern und Essen gar keine Zeit für mehr hatten. Das war ehrlich gesagt aber auch ziemlich schön, denn so konnten wir uns zwei Tage lang komplett auf futtern, futtern, futtern konzentrieren. Traum!

Eingeladen wurden wir von Visit Zürich, denn zufällig fand an diesem Wochenende auch die Food Zürich statt. An 11 Tagen finden (laut Werbeplakaten) 111 Veranstaltungen statt. Klingt halt schöner, am Ende werden es wohl eher noch mehr gewesen sein. Workshops, Dinner, Städtetouren, ein Street Food Festival in Zirkusatmosphäre und ein weiteres Food-Event namens „Fooby“ haben ganz Zürich überwuchert. Mitten drin: die Fiber-Gäng mit In Search Of, Krautkopf, findingberlin, Biancissimo, Two Foodies Eating und Berlin Food Stories. Und uns!

Unsere kleine kulinarische Klassenfahrt war wirklich ein wahres Fest. Immer wieder lief man sich über den Weg und hat sich über aktuelle Gemüts- und Hungerzustände auf dem Laufendem gehalten. Und wir haben uns wirklich ein bisschen in Zürich verliebt! Die Menschen sind irre freundlich, die Straßen irre sauber und die Stadt irre schön. Okay, an die Preise müsst ihr, müssen wir, müssen sich alle eben gewöhnen. Nach 24 Stunden Schweiz kam uns ein Hot Dog für 9 Franken (in etwa 8.50 Euro) schon wie ein echtes Schnäppchen vor. ABER es ist halt auch Urlaub und da darf man sich auch mal gönnen. Gegönnt haben wir uns auf jeden Fall was, um euch heiße, vegane Tipps aus Zürich zu zeigen.

John Baker

Im John Baker begann unsere Reise nach Zürich. Isa hatte tierischen Hunger, weil sie am Abend zuvor nix gegessen hat. Auf Empfehlung von Yannik und Susann von Krautkopf, haben wir die beiden direkt in der Bäckerei aufgegabelt. Wir hätten gleich ein ganzes Brot verdrücken können, der Laden ist „very instagramable“ (oder halt einfach sehr schön) und die vegane Auswahl größer als man vermutet. Fragt am besten direkt nach und schon bekommt ihr ein krosses Olivenbrötchen, eine Stulle mit Petersilienpesto und gegrillem Gemüse (Isa „Oh, die Brotkruste ist ganz kross!“) und Kaffee mit pflanzlicher Milch (Isa „Oh, der Kaffee ist ganz stark!“). Von hier aus lässt sich der Tag auf jeden Fall gut starten.

Elle'n'Belle

Das Elle’n’Belle nennt sich auf der eigenen Webseite „Rock’n’Roll Food! Restaurant“. Wir wissen jetzt nicht, wie’s euch so geht, aber wir hatten ganz kurz klitzekleine Bedenken, ob wir gleich in einer Mottoparty landen – eigentlich auch sehr dumm. Lasst also eure Bedenken zu Hause und geht hin, denn der Laden ist wunderschön gemütlich. Die Speisekarte ist sehr angenehm übersichtlich und trotzdem nicht öde. Wir haben uns durch Salat und Kuchen probiert und müssen sagen, dass der Karottenkuchen einer der besten war, den wir bisher gegessen haben. Wir könnten uns vorstellen, dass auch Burger und das Dinnermenü nicht enttäuschen.

Streetfood Market

Lustig, dass der Streetfood Markt in Zürich nur einmal im Jahr stattfindet. Undenkbar für Berliner, e-i-n-m-a-l im Jahr! Dafür hat sich das kleine, leckere Festival eine besondere Location ausgesucht, nämlich ein riesengroßes Zirkuszelt. Wir haben uns einen Hot Dog für 15 Schweizer Franken gegönnt von XY und sehr, sehr leckere vegane Köfte und Börek von geschlemmt. Wenn ihr im Spätsommer mal nach Zürich fahren solltet, checkt unbedingt ob das Streetfood Festival gerade stattfindet!

Marktküche

Es folgt der vegane Highclass Tipp für alle, die nochmal schick essen gehen wollen. In der Marktküche kocht ein junger Küchenchef namens Tobias Hoesli sehr modern, sehr kreativ und sehr vegan (damit meinen wir: alles ist vegan). Wir haben an unserem Wochenende zwar keinen Tisch mehr in der Marktküche bekommen, dafür gab’s auf der Fooby-Party einen kleinen Vorgeschmack. Dort waren gefühlt alle Züricher Restaurants mit ein paar Gerichten pro Stand vertreten und die Marktküche servierte Bergkartoffelbrei mit Pfifferlingen, Karotte und Lauchasche. Oha. Unsere Comfort-Food-verwöhnten-Händchen zitterten fast vor so viel Schäumchen und Träumchen. Hat alles auch übertrieben gut geschmeckt und wir überlegen immer noch, wie das Lauch zu genießbarer Asche wird.

Stüssihof

Im Kino Stüssihof hatten wir die vielleicht skurrilste Erfahrung unserer Zürichreise. Von der Toys’r’us-mäßigen Typo des Ladens über ein gemaltes Absinth-Werbebild am Fenster zu zwei eingespielten Dudes hinter der Theke, die wahrscheinlich in der Chaos-WG um die Ecke wohnen. Unsere verwirrte Begeisterung wurde noch getoppt, als wir kleine Bestell-Zettelchen zum Ankreuzen bekamen. Wie uns nochmal versichert wurde, ist es egal, WIE viel ihr ankreuzt, der Preis bleibt gleich. (Um die Webseite kurz zu zitieren: „Das Beste zum Schluss: Der Heisse Hund ist trotz all den feinen Zutaten auch noch unglaublich günstig: CHF 8.50 !“ 8 Euro für einen Hot Dog – unglaublich günstig! Hach, die Schweizer. Gönnt ihn euch aber unbedingt, denn am Ende könnte euch ein sehr leckerer veganer Hot Dog im Laugenbrötchen mit Kartoffelsalat als Topping erwarten. Sehr gute Sache!

Roots & Friends @ Balboa

Während im unteren Geschoss die fleißigen Züricher Sport machen, könnt ihr im Erdgeschoss des balboa jeden Sonntag einen sehr leckeren Brunch vom roots besuchen. Wir überlegen, wer sich bei dieser Konstellation besser fühlt: die Sporties, weil sie gerade so toll fit werden oder die Brunchies, weil die gerade so toll satt werden. Die Entscheidung liegt ganz bei euch. Für 35 Franken (ihr seid im Urlaub, gönnt euch!) könnt ihr im Prinzip 6 Stunden hier abhängen und immer neue Salate, Rührtofu, Desserts, Waffeln, Aufstriche und und und essen. Wer keine Zeit für Brunch hat, kann im „normalen“ Roots täglich auch Sandwiches, Salate, Suppen und vieles mehr essen. Das ist allerdings an einem anderen Standort, und zwar in der Lintheschergasse 15.

Hiltl

Das Hiltl ist das älteste vegetarische Restaurant der Welt. Die haben schon vegetarisch gegessen, bevor es das überhaupt gab! Jetzt könnte man meinen, wer sich seit 1898 rein vegetarisch (und oft vegan) übers Wasser hält, kann sich jetzt in Zeiten des „Vegan-Hypes“ auf seinen Lorbeeren ausruhen. Doch das Hiltl entwickelt sich genauso weiter und hat neben dem geschichtsträchtigen Restaurant mittlweile auch eine vegetarische Metzgerei, bald auch ein neues Restaurant mit Drive-Through-Fenster, viele Takeaway-Stellen und im Hiltl Sihlpost ein Buffet. Hier bezahlt ihr euer Essen nach Gewicht und wie alles in Zürich ist das nicht gerade günstig (4,50 Franken pro 100g). Die Auswahl ist dafür riesig: Von Frühstück bis veganem Züricher Geschnetzeltem findet ihr alles, um durch den Tag zu kommen.

Vlowers

„Vlowers“ ist eigentlich ein Schweizer Blog von Sandra Weber, die als Texterin und Autorin arbeitet und gerade eine Ausbildung zur veganen Ernährungsberaterin macht. All ihr Wissen steckte sie bisher in das gleichnamige Magazin, von dem allerdings im Sommer die letzte Ausgabe erschien. Böh, schade. Dafür macht sie nun einen Podcast und jeden ersten Sonntag im Monat ein kleines Frühstückscafé. Wir haben den Termin leider verpasst, finden aber, dass diese Frau in unserem Travelguide Zürich nicht fehlen sollte. Falls ihr also an besagtem Sonntag in Zürich seid: Reservieren, hingehen und uns erzählen, wie’s war.

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Visit Zürich entstanden. Vielen Dank!

Zucker ↦ Jagdwurst Donut
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