In meinen „nicht-veganen“ Jahren habe ich nur selten Gorgonzola gegessen. Meine Mutter bereitete ab und zu Pasta mit Gorgonzolasoße zu, an die ich mich noch ganz gut erinnern kann. Aber pur, auf Pizza oder im Salat habe ich Gorgonzola nie gegessen. Dementsprechend gespannt war ich selbst, als ich mich mit der Zubereitung von veganem Gorgonzola beschäftigte. Aber fangen wir zunächst mit den Grundlagen an: Was ist Gorgonzola überhaupt? Gorgonzola ist ein norditalienischer Blauschimmelkäse, der aus Kuhmilch, Lab und Salz besteht und mit einer Edelpilzkultur versetzt wird. So sagt es zumindest Wikipedia. Soweit so gut. Aber wie mache ich das Ganze nun ohne Milch, Schimmelkulturen und Co.?

Für mich gab es zu Beginn zwei Themen, die mit denen ich mich beschäftigt habe: Konsistenz und Geschmack. Bezüglich der Konsistenz blieb ich recht schnell bei Naturtofu und Cashewkernen hängen. Gorgonzola ist zwar cremig und weich in der Konsistenz, aber man kann ihn auch zerbröseln oder mit einem Messer in Stücke schneiden. Indem ich Naturtofu mit eingeweichten Cashewkernen püriert habe, ergab sich also eine Konsistenz, die weich, aber dennoch fest war. Perfekt! Den Geschmack von Gorgonzola zu treffen, ist hingegen etwas schwieriger. Soweit ich mich erinnern kann, roch Gorgonzola recht stark (und leicht stinkig) und hatte auch einen würzigen, starken Geschmack. Um diesen auch in einer pflanzlichen Alternative zu erzeugen, habe ich mir Misopaste zu Hilfe genommen. Sie besteht aus fermentierten Sojabohnen und bringt einen tollen Umamigeschmack mit. Natürlich dürfen auch Hefeflocken nicht fehlen, die einen käsigen Geschmack mitbringen. Seid beim Würzen nicht zu sparsam, denn die Basis des Ganzen, also die Cashewkerne und der Tofu, sind ja eher neutral im Geschmack.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, was die grüne oder bläuliche Farbe in den Gorgonzola bringt. Das sind Spirulinaalgen! Sie schmecken recht neutral und sind in unserem Rezept wirklich nur für den Look da. Ihr findet sie in Form von Kapseln, Pulver oder auch Tabletten in Biomärkten, in der Apotheke oder online. Spirulina ist eine Blaualge und wird als Nahrungsergänzungsmittel oft zur Stärkung des Immunsystems und als Proteinquelle genutzt. Achtet auf jeden Fall vor der Nutzung darauf, wie hoch euer Spirulina konzentriert ist. Bei meinem Produkt wurden z. B. bis zu 4 Kapseln am Tag empfohlen, daher war ich mit zwei Kapseln auf einen Gorgonzola auf der sicheren Seite (zumal ich diesen auch mehrere Tage lang gegessen habe). Das Pulver könnt ihr direkt verwenden und vorsichtig unter eure Cashew-Tofu-Masse ziehen. Wenn ihr Spirulina in Form von Kapseln findet, dann öffnet die Kapseln vorsichtig und verteilt das Pulver ebenfalls in eurer Masse. Auch Spirulina-Tabletten funktionieren ganz einfach: Diese zerkleinert ihr entweder im Mörser oder mit einem scharfen Messer, bis es fast pulverförmig ist.

Den veganen Gorgonzola könnt ihr zerkrümeln oder in Würfel schneiden und zum Beispiel euren Salat damit toppen. Aber auch als Fingerfood oder auf einer Käseplatte funktioniert er spitze! Bisher habe ich ihn noch nicht erhitzt und zum Beispiel mit Pasta vermengt oder auf einer Pizza überbacken. Berichtet uns doch gerne in den Kommentaren, wenn ihr es probiert und wie es bei euch geklappt hat!

Veganer Gorgonzola (Blauschimmelkäse)

ca. 300 g Gorgonzola
15 Minuten (+ 30 Minuten Einweichzeit + Kühlzeit)

Zutaten

  • 50 g Cashewkerne
  • 50 g Kokosöl
  • 200 g fester Tofu
  • 0.5 Zitrone (Saft)
  • 10 g Agavendicksaft
  • 30 g Misopaste
  • 20 g Hefeflocken
  • 1 TL Zwiebelpulver
  • 1 TL Knoblauchpulver
  • 1 TL Salz
  • 2-3 Kapseln Spirulina-Pulver

Zubereitung

  1. Cashewkerne mind. 30 Minuten in Wasser einweichen und danach abgießen.

  2. Kokosöl in einem kleinen Topf erhitzen, bis es flüssig ist.

  3. Den Tofu mit den eingeweichten Cashewkernen, flüssigem Kokosöl, Zitronensaft, Agavendicksaft, Misopaste, Hefeflocken, Zwiebel- und Knoblauchpulver und Salz zu einer sämigen Masse pürieren.

  4. Die Masse in eine Schüssel füllen und Spirulina-Pulver fleckig darauf verteilen und vorsichtig in die Masse einarbeiten. Nicht zu viel verrühren – das Spirulina-Pulver darf gerne ungleichmäßig verteilt werden.

  5. Die Masse im Anschluss in eine Silikonform geben und glatt streichen. Mind. 3 Stunden kalt stellen, am besten aber über Nacht im Kühlschrank aufbewahren.

Tipp: Den veganen Gorgonzola im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2-3 Tagen verzehren.

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