Veganes Sushi selbermachen

Wir zeigen euch ja regelmäßig, wie ihr Gerichte aus internationalen Restaurants zu Hause machen könnt, so zum Beispiel Pinsa, Palak Paneer oder auch eine Bolognese. Aber es gibt eine Sache, für die auch wir häufiger ins Restaurant gehen, statt sie zu Hause zu machen: Sushi. Dabei ist Sushi gar nicht so kompliziert wie man meinen könnte. Und klar, für den kleinen Hunger und acht kleine Maki-Rollen mit Gurke würden wir auch nicht unbedingt den Sushireis ansetzen. Deshalb gehen wir heute lieber all in: mit einer riiiiesengroßen veganen Sushiplatte, die sich perfekt für eine kleine Party bei euch zu Hause eignet. Die einzelnen Komponenten wie Sushireis und Füllungen kann man hervorragend unter einer größeren Gruppe aufteilen und am Tisch kann dann jeder entspannt die Sushiform heraussuchen, die ersie am liebsten mag – und los geht das Rollen! Aber beginnen wir von vorn und arbeiten uns Schritt für Schritt zur Sushiplatte vor.

1. Welches Equipment braucht man für Sushi zu Hause?

Es gibt ein paar essentielle Dinge, ohne die es nicht geht, aber auch einige Sachen, die euch das Leben erleichtern können, aber nicht unbedingt notwendig sind. Das wären:

☑ Sushimatte
☑ Frischhaltefolie (zum Einwickeln der Sushimatte)
☑ eine große Schüssel zum Reiswaschen
☑ einen Topf oder Reiskocher
☑ Reisformen (optional, zum Beispiel für Nigiri)
☑ Essstäbchen
☑ Schneidebrett
☑ scharfes Messer

Für letzteres empfehlen wir euch, wirklich das schärfste Messer in eurem Messerblock zu verwenden, denn es geht nicht nur ums Schneiden der Zutaten, sondern am Ende auch ums Schneiden der Sushirollen. Und glaubt uns, es gibt bei diesem Rezept wenig Enttäuschenderes, als wenn ihr eure Sushirollen zerdrückt statt schneidet und das ganze Rollen umsonst scheint.

Sollte keines eurer Messer so richtig scharf sein, dann wird’s wohl mal wieder Zeit zum Schleifen – jaa, wir ahnen, wie ihr gerade schaut. Wir dachten auch lange Zeit, dass es super kompliziert und aufwendig wäre, Messer zu Hause zu schärfen, aber seit ein paar Monaten haben wir einen Rollschleifer von Horl im Büro. Und den haben mittlerweile fast alle von uns schon mal mit nach Hause genommen, um auch da eine Runde Messer zu schleifen – tatsächlich geht das nämlich nicht nur sehr einfach und schnell, sondern macht sogar Spaß.

Das Schleifset besteht aus einer Schleiflehre, die an zwei Seiten angewinkelt ist. Dort könnt ihr entscheiden, ob ihr eure Messer bei 15 ° oder 20 ° schleifen wollt. 20 ° eignen sich für alle gewöhnlichen Messer. 15 ° sind hingegen perfekt für besonders feine Klingen. Die beiden Seiten sind magnetisch, sodass eure Messer von ihnen angezogen werden und ihr euch keine Sorgen machen müsst, dass ihr die Messer falsch haltet und so nicht optimal schleifen könnt. Danach geht es auch schon los und ihr nehmt euch den Rollschleifer, der zwei Seiten hat: Die Diamant-Schleifscheibe und die Keramik-Abziehseite. Mit beiden Seiten schleift ihr mehrere Minuten jede Seite eures Messers (empfohlen werden 20 Bewegungen pro Seite). Und mehr ist es wirklich nicht. Ihr bewegt den Rollschleifer also hin und her und eure Messer werden mit jedem Mal schärfer. Ganz am Ende müsst ihr nur noch das Messer mit einem sauberen Geschirrtuch reinigen und es darauf abstreifen, damit alle Schleifpartikel entfernt werden. Wer es noch schärfer möchte, kann zusätzlich Edelkorundscheiben verwenden, die noch feiner gekörnt sind. Die Anwendung ist aber die gleiche. Die Schleifplatten können ganz entspannt am Rollschleifer heraus- und reingedreht und dadurch ausgetauscht werden.

Messer geschärft? Dann kann es ja weitergehen.

2. Welche Zutaten braucht man für selbst gemachtes Sushi?

Im Prinzip könnt ihr euch an vier Bausteinen orientieren: dem Sushireis, Noriblättern, Füllungen eurer Wahl und den „Beilagen“ zum Sushi.

Der Sushireis
Sushi steht und fällt mit gut gekochtem Reis. Besonders wichtig ist es, dafür den kurzkörnigen Sushireis zu verwenden und nicht auf Basmatireis, Jasminreis oder ähnliches zurückzugreifen. Damit der Reis auch wirklich gut zusammenklebt, müsst ihr ihn vorher gründlich waschen – egal, ob ihr ihn im Reiskocher oder im Topf kocht. Gebt ihn also mit reichlich kaltem Wasser in eine Schüssel und geht mit den Händen durch den Reis. Ihr werdet direkt merken, dass das Wasser milchig wird – das ist die Stärke, die an den Reiskörnern haftet und die wir loswerden wollen. Gießt das Wasser ab und bedeckt den Reis wieder mit klarem Wasser. Danach wascht ihr den Reis wieder und wieder, bis das Wasser tatsächlich klar bleibt. Erst dann solltet ihr euren Reis entweder im Topf oder im Reiskocher zubereiten und gebt am Ende angerührten Sushiessig hinzu, um den Reis zu würzen. Die Zubereitung ist unten im Rezept beschrieben. Die Rezepte habe ich mir jedoch nicht selbst ausgedacht, sondern sind von der japanischen Köchin Shoko Kono, mit der ich mal zusammenarbeiten durfte – meinen Sushireis habe ich seitdem immer nach ihrem Rezept gemacht. Sie gibt auch Kochkurse in Berlin, die ich euch nur ans Herz legen kann.

Die Noriblätter
Noriblätter habt ihr natürlich schon mal gesehen, wenn ihr Sushi gegessen habt, aber habt ihr euch jemals gefragt, was das eigentlich ist? Es sind Algenblätter, die getrocknet und geröstet werden. Sie sind weich genug, um sie zu rollen, aber haben dennoch einen leichten Biss und sind dadurch reißfest und weichen nicht direkt durch. Die perfekte Konsistenz also fürs Sushirollen. Ihr findet sie in Asiamärkten, aber auch immer öfter auch in Supermärkten.

Sushi-Füllungen
Kein Fisch = kein Sushi? Von wegen! Es gibt genug pflanzliche Alternativen, die sowieso im traditionellen Sushi vorkommen. Zusätzlich könnt ihr auch ganz nach Geschmack neue Füllungen ausprobieren. Und für wen der Fischgeschmack einfach dazugehört: Mittlerweile gibt’s auch dafür vegane Optionen, die für veganes Sushi super geeignet sind – schaut euch dafür doch mal unseren großen Produkttest an.

Hier sind nur ein paar unserer Ideen für die Sushifüllung:
☐ Gurke
☐ Avocado
☐ Möhre
☐ Paprika
☐ Pilze
☐ Tofu
☐ Frühlingszwiebel
☐ eingelegter Rettich
☐ süß-saure Maiskölbchen aus dem Glas
☐ gegarte Süßkartoffel
☐ Kresse
☐ veganer Frischkäse
☐ veganer Thunfisch
☐ veganer Lachs
☐ veganer Kaviar

Die passenden „Beilagen“ für Sushi
Mit Sojasoße, Wasabi und eingelegtem Ingwer habt ihr die perfekten Begleiter für eure Sushiplatte, aber wusstet ihr auch, dass es ein paar „Sushi-Regeln“ für sie gibt? Wasabi in die Sojasoße rühren? Ein No-go. Den sollte man lieber direkt auf die Rolle geben. Den Sushiingwer hingegen auf die Rollen legen? Nicht unbedingt Sinn der Sache, denn der eingelegte Ingwer soll eigentlich zwischen den unterschiedlichen Rollen gegessen werden, um den Geschmackssinn einmal zu neutralisieren. Die Sushirollen mit Händen essen? Ist tatsächlich genehmigt, auch wenn Essstäbchen lieber gesehen werden.

3. Unterschiedliche Sushi-Arten und Formen

Wahrscheinlich haben die meisten von uns beim Stichwort Sushi die klassischen kleinen Rollen mit Noriblatt vor Augen. Aber natürlich gibt es noch viiiiiiiel mehr Möglichkeiten, Sushi zuzubereiten. Wir haben uns für diese Sushiplatte belesen, viele Tutorials geschaut und danach ein bisschen herumprobiert. Heute zeigen wir euch sechs Ideen, die für selbst gemachtes Sushi super geeignet sind. In diesem fantastischen YouTube-Video könnt ihr euch von Taka Sakaeda, einem Restaurantchef in New York, das alles und noch mehr genauestens zeigen und erklären lassen. Hier sind die Sushiformen, die wir für unsere Platte gemacht haben. Die Zubereitung könnt ihr natürlich unten im Rezept finden.

Maki: Maki ist wohl die bekannteste Form von Sushi, bei der Sushireis und eine oder mehrere Füllungen in Noriblätter eingerollt und dann in kleine Stücke geschnitten werden, die mit einem Happs im Mund landen. Je nach Menge der Füllung kann man dann zum Beispiel noch detaillierter in Hosomaki (nur eine Füllung) oder Futomaki (mehrere Füllungen) unterscheiden. Bekannter sind jedoch …

Inside Out Rolls oder Uramaki: Uramaki gehören nicht unbedingt zu den traditionellen, aber zu den beliebtesten Sushiformen. Im Prinzip ist hier die Reihenfolge einfach umgedreht: Der Sushireis ist außen und das Noriblatt innen bei der Füllung. Oft bekommt ihr sie im Restaurant mit nicht-veganem Frischkäse, aber zu Hause könnt ihr ENDLICH die Inside Out Rolls eurer Träume machen.

Crunchy Rolls oder Age Sushi: Auch alles andere als klassisch, aber unheimlich lecker: Sowohl Inside Out Rolls als auch Maki-Rollen kann man mit Panko ummanteln und danach frittieren, so dass sie außen knusprig werden.

Nigiri: Nigiri ist eine der traditionellsten Sushiformen und dafür braucht ihr nicht mal Noriblätter. Stattdessen wird der Sushireis per Hand geformt und dann mit einer Zutat eurer Wahl belegt. Für mehr Stabilität könnt ihr dennoch sorgen, indem ihr alles mit einem dünnen Streifen Noriblatt umwickelt. Klingt an sich ja super entspannt, aber das Formen will gelernt sein. Auch hier helfen YouTube-Tutorials ODER ein kleiner Cheat – es gibt nämlich auch Sushiformer zu kaufen, die den Reis für euch in die perfekte Form bringen.

Temaki: Temaki ist handgerolltes Sushi, das am Ende einer kleinen Tüte ähnelt. Hier können Reis und mehrere Füllungen in das Noriblatt gerollt werden. Wer sich schwertut mit den filigraneren Sushirollen, kann mit Temaki sehr gut starten, denn das bekommt wirklich jede*r easy hin.

Gunkan Sushi: Der Name ist nicht unbedingt geläufig, aber für zu Hause ist es wirklich eine super Sushi-Variante, die am Ende einem kleinen Boot ähnelt. Der Reis wird dafür mit einem breiten Streifen Noriblatt umwickelt, aber hat nach oben Platz zum Belegen mit klein geschnittenen Zutaten oder auch veganem Kaviar.

Ihr habt noch mehr Tipps und Ideen für unsere Sushiparty? Dann packt sie uns unbedingt unten in die Kommentare!

R849 Veganes Sushi selbermachen
R849 Veganes Sushi selbermachen

Veganes Sushi selbermachen

6 Portionen
60 Minuten

Zutaten

Für den Sushireis:

  • 600 g Sushireis
  • 800 ml Wasser
  • Wasser zum Reinigen

Für den Sushiessig:

  • 80 ml Reisessig
  • 1 TL Salz
  • 1.5 EL Zucker

Ideen für die Füllung:

  • Gurke
  • Avocado
  • Möhre
  • Paprika
  • Pilze
  • Tofu
  • Frühlingszwiebel
  • eingelegter Rettich
  • süß-saure Maiskölbchen aus dem Glas
  • gegarte Süßkartoffel
  • Kresse
  • veganer Frischkäse
  • veganer Thunfisch
  • veganer Lachs
  • veganer Kaviar

Für Crunchy Rolls:

  • Mehl
  • Sojamehl
  • Wasser
  • Panko Paniermehl

Zum Servieren:

  • Sushiingwer
  • Sojasoße
  • Wasabi

Zubereitung

  1. Den Sushireis in eine Schüssel geben und mit klarem, kaltem Wasser bedecken. Die Reiskörner mit den Händen bewegen, mischen und dadurch waschen, bis das Wasser milchig ist. Das Wasser abspülen und den Reis erneut mit klarem Wasser bedecken. Den Vorgang so lange wiederholen, bis das abgegossene Wasser klar ist.

  2. Den gewaschenen Reis mit 800 Milliliter Wasser in einem Topf bedecken und abgedeckt circa 15 Minuten ruhen und quellen lassen. Danach den Topf auf den Herd stellen, das Wasser kochen lassen und den Reis 8–10 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Danach vom Herd nehmen und circa 20 Minuten mit geschlossenem Deckel stehen lassen.

  3. In der Zwischenzeit für den Sushiessig Reisessig mit Salz und Zucker verrühren.

  4. Den gekochten Sushireis in eine Schüssel geben und noch warm mit dem Sushiessig vermengen. Danach erst komplett abkühlen lassen.

Tipp: Wenn ihr einen Reiskocher verwendet, haltet ihr euch am besten an die dort angegebene Zubereitung und müsst eventuell die Wassermenge anpassen. Vorher solltet ihr den Reis dennoch gründlich waschen und auch den Reisessig könnt ihr wie angegeben zubereiten und zum noch warmen Reis geben.

  1. Während der Sushireis kocht, alle restlichen Zutaten und die Sushimatte vorbereiten: Die Sushimatte mit Frischhaltefolie umwickeln, damit später der Reis nicht dran kleben bleibt. Noriblätter halbieren und alle Füllungen zurechtschneiden, sodass sie nicht zu dick sind und in der Länge (nebeneinander) das Noriblatt füllen können. Das Gemüse nicht zu kurz schneiden, damit die Sushirolle am Ende stabiler wird. Gurkenkerne entfernen, damit sie die Sushirollen nicht verwässern. Gebratener Tofu schmeckt wunderbar im Sushi, probiert euch hier gern kreativ aus.

  2. Für die Hosomaki oder Futomaki: Die glänzende Seite des Noriblatts nach unten auf die Sushimatte legen. Gekochten Sushireis darauf verteilen, aber sowohl oben als auch unten circa einen Finger breit freilassen. Nach Wunsch einen dünnen Streifen Wasabi längs auf der Mitte verstreichen. Für die Hosomaki nur eine Füllung längs auf den Reis legen. Für Futomaki mehrere Zutaten als Füllung verwenden. Anschließend das Noriblatt eng von unten nach oben über die Füllung falten und gut festdrücken. Danach in kleine Stücke schneiden.

  3. Für Inside Out Rolls: Das halbierte Noriblatt auf die Sushimatte legen (die Seite ist hier egal). Den gekochten Sushireis darauf verteilen, aber zur unteren Kante circa einen Finger breit Platz lassen. Optional den Reis mit Sesam bestreuen. Danach das Noriblatt umdrehen, sodass der Reis unten liegt. Anschließend nach Wunsch mit veganem Frischkäse bestreichen und die Füllung mittig auf den Reis legen. Eng von unten nach oben zusammenrollen und gut festdrücken. Danach in kleine Stücke schneiden.

  4. Für Crunchy Rolls: Zunächst entweder eine Rolle Maki oder Inside Out vorbereiten. Da der Reis gut klebt, könnt ihr Inside Out Rolls direkt in Panko Paniermehl rollen. Für die Maki-Rollen drei Teller vorbereiten: einen mit Mehl, einen zweiten mit Panko Paniermehl und im dritten Teller verrührt ihr im Verhältnis 1:2 Sojamehl und Wasser. Die ganze Maki-Rolle erst im Mehl wenden, dann durch die Sojamehl-Mischung rollen und am Ende komplett mit Panko ummanteln. Danach in einer Pfanne mit reichlich Fett von allen Seiten knusprig braten. Danach in Stücke schneiden.

  5. Für Nigiri: Den gekochten Sushireis mit den Händen formen, bis er die Form eines ovalen, kleinen Kissens hat. Danach nach Wunsch mit etwas Wasabi bestreichen und mit Zutaten eurer Wahl toppen. Besonders gut eignen sich dafür weichere Zutaten wie Avocadoscheiben, Tofu oder vegane Lachsscheiben.

  6. Für Temaki: Das halbierte Noriblatt mit der glänzenden Seite nach unten auf die Sushimatte legen. Zunächst den Reis schräg auf dem linken Drittel des Noriblatts verteilen und mit der Füllung eurer Wahl bedecken. Nach Wunsch auch Wasabi auf dem Reis verstreichen. Danach das Noriblatt wie eine Eistüte über die Füllung legen und zusammenrollen.

  7. Für Gunkan Maki: Den Sushireis wie bei den Nigiri mit den Händen zu kleinen ovalen Kissen formen. Danach das Noriblatt in breite Streifen schneiden, die so lang sein sollten, dass sie einmal um den Sushireis gelegt werden können. Die Streifen um den Reis legen, so dass die glänzende Seite nach außen zeigt. Anschließend nach Wunsch die obere Seite belegen.

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