Knusprige Tempehschnitzel mit Kartoffel-Pastinaken-Püree und Pilzsoße

Lasst uns kurz über Schnitzel reden (und nein, nicht über die Debatte, ob wir es so nennen dürfen oder nicht). Schnitzel verbinde ich so sehr mit meiner Kindheit und wenn ich mir die Kindermenüs in Speisekarten anschaue, scheint es auch ein mindestens deutschlandweites Phänomen zu sein, dass anscheinend alle Schnitzel mit ihrer Kindheit verbinden. Die goldgelbe, knusprige Panade, dazu Pommes oder Kartoffeln und der frische Zitronenspritzer überzeugen uns ehrlich gesagt aber auch heute noch – wäre da nicht die Sache mit dem Fleisch. Vegane Alternativen gibt es zum Glück reichlich – die heutige haben wir allerdings selbst zum ersten Mal gemacht.

Unsere heutige vegane Interpretation dieses Klassikers steht dem Original in absolut nichts nach. Im Gegenteil: Wir haben uns sogar noch ein bisschen mehr Mühe gegeben und dem Ganzen ein kleines Upgrade verpasst. Statt normalem Kartoffelpüree gibt's bei uns ein winterliches cremiges Kartoffel-Pastinaken-Püree, das leicht süßlich und nussig schmeckt. Und das machen wir auch auf eine besondere Weise, denn Kartoffeln und Pastinaken werden nicht einfach „nur“ vorab gekocht und dann gestampft, sondern dürfen beim Braten Röstaromen entwickeln und danach zusammen mit pflanzlicher Milch köcheln. Die Pilzsoße ist ziemlich klassisch und wird mit einem Schuss veganem Weißwein verfeinert. Und die „Schnitzel”? Die werden heute aus Tempeh gemacht und in einer knusprigen Panko-Sesam-Kruste frittiert.

Was ist eigentlich das Besondere an Tempeh?
Tempeh stammt traditionell aus der indonesischen Küche und wird klassisch aus ganzen Sojabohnen hergestellt. Durch einen natürlichen Fermentationsprozess werden sie durch einen Edelschimmelpilz zu einem festen Block gebunden. Dabei entsteht ein leicht nussig-herzhafter Geschmack. Tempeh kann neben Sojabohnen aber auch aus anderen Hülsenfrüchten hergestellt werden, zum Beispiel Linsen oder anderen Bohnen. Die Tempehmanufaktur produziert handgemachten Bio-Tempeh in verschiedensten Variationen – von Natur-Tempeh bis hin zu Lupinen-Tempeh mit Wildkräuter oder Sweet-Chili Geschmack. Heute haben wir eine vielleicht überraschende Sorte für unsere „Schnitzel“ verwendet, nämlich ihren Soja-Tempeh mit Gyros-Gewürz. Man könnte denken, dass der kulinarische Clash zu groß ist, aber das Grillgewürz des Tempehs hat sich in diesem Rezept wirklich super gemacht. Tempeh schmeckt aber nicht nur gut, sondern hat auch spitzen Nährwerte, ist durch die Fermentation leicht verdaulich und in der Küche vielseitig einsetzbar: Ihr könnt ihn braten, backen oder wie heute panieren.

Das A und O bei einem perfekten Schnitzel? Der Crunch!
Egal, welche Art von Schnitzel ihr zubereitet, eine gute Panade ist suuuper wichtig für einen authentischen Geschmack. Am besten ihr bereitet euch drei Stationen vor:
Station 1: Mehl mit Salz und Pfeffer vermengen.
Station 2: Hier wird ein flüssiger-Mix zubereitet, an dem unsere Panierung schön haftet. Wir haben für dieses Rezept Senf und Wasser genommen, weil es uns dem Schnitzel-Feeling noch einen Schritt näher bringt..
Station 3: In einer dritten Schüssel haben wir Panko, Hefeflocken und etwas Sesam miteinander vermengt. So bekommt euer veganes Schnitzel mit Sicherheit einen Super-Crunch! Wenn ihr eure Zutatenliste etwas kleiner halten wollt, könnt ihr auch zu Semmelbröseln greifen.

Falls ihr Spaß am Panieren und Braten gefunden habt, findet ihr noch viele weitere Rezepte für vegane Schnitzel bei uns auf dem Blog. Wusstet ihr, dass man vegane Schnitzel aus Auberginen oder auch aus Kohlrabi machen kann? Ansonsten schmeckt es auch einfach ganz klassisch mit Kartoffelsalat!

R993 Knusprige Tempehschnitzel mit Kartoffel-Pastinaken-Püree und Pilzsoße
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R993 Knusprige Tempehschnitzel mit Kartoffel-Pastinaken-Püree und Pilzsoße

Knusprige Tempeh-Schnitzel mit Kartoffel-Pastinaken-Püree und Pilzsoße

4 Portionen
60 Minuten

Zutaten

Für das Kartoffel-Pastinaken-Püree:

  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 600 g mehligkochende Kartoffeln
  • 300 g Pastinaken
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml pflanzliche Milch
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 3 Zweige Thymian
  • 2 EL vegane Butter

Für die Pilzsoße:

  • 500 g Pilze nach Wahl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL getrockneter Thymian
  • 1 EL Senf
  • 50 ml veganer Weißwein
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 250 ml vegane Kochsahne

Für die Tempeh-Schnitzel:

  • 400 g Tempeh (z. B. von tempehmanufaktur)
  • 5 EL Mehl
  • 2 EL Senf
  • 3 EL Wasser
  • 5 EL Panko
  • 2 EL Sesam
  • 1 EL Hefeflocken

Außerdem:

  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat
  • Pflanzenöl zum Braten
  • frische Petersilie zum Servieren
  • Zitrone zum Abschmecken und Servieren

Zubereitung

  1. Zunächst alle Zwiebeln und Knoblauchzehen für das Rezept sowie Kartoffeln und Pastinaken schälen. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln und Kartoffeln und Pastinaken in kleine Stücke schneiden. Pilze für die Soße putzen und in Scheiben schneiden.

  2. Pflanzenöl in einem Topf oder einer tiefen Pfanne erwärmen und zuerst die Zwiebelwürfel für das Püree anschwitzen, bis sie glasig sind. Danach Knoblauch, Kartoffeln und Pastinaken dazugeben und circa 5 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten, damit sie leicht bräunen. Gemüsebrühe und pflanzliche Milch dazugeben und die Rosmarin- und Thymianzweige als Kräuterbouquet dazulegen. Alles 15–20 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.

  3. In der Zwischenzeit für die Pilzsoße Pflanzenöl in einer zweiten Pfanne erhitzen und zuerst die Pilze darin circa 10 Minuten anbraten, bis sie das Wasser verlieren und gut gebräunt sind. Danach Zwiebel, Knoblauch und Thymian dazugeben und 2–3 Minuten gemeinsam anbraten. Senf einrühren und kurz erhitzen. Dann alles mit veganem Weißwein ablöschen, 1–2 Minuten köcheln lassen und mit Gemüsebrühe und veganer Kochsahne aufgießen. Die Soße mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitronensaft abschmecken und köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Danach bis zum Servieren warm halten und kurz vor dem Servieren erneut abschmecken.

  4. Für die Tempeh-Schnitzel den Tempeh nach Wunsch in kleinere Stücke schneiden oder im Ganzen lassen. Zum Panieren drei tiefe Teller vorbereiten: in dem ersten Teller Mehl mit Salz und Pfeffer vermengen. Im zweiten Teller Senf mit Wasser verrühren und im dritten Teller Panko, Sesam und Hefeflocken mischen. Jedes Stück Tempeh zuerst in Mehl wenden, damit die Panade gut hält. Danach in die Senf-Wasser-Mischung tunken und direkt danach mit der Panko-Mischung ummanteln. Eine großzügige Menge Pflanzenöl in einer Pfanne erhitzen und den Tempeh bei mittlerer Hitze von jeder Seite goldbraun anbraten. Aus der Pfanne nehmen und auf etwas Küchenpapier trocken tupfen. Danach warm halten.

  5. Das Kräuterbouquet aus dem Topf nehmen und Kartoffeln und Pastinaken gründlich durchstampfen. Vegane Butter einrühren und das Püree mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Nach Wunsch mehr Flüssigkeit dazugeben, um das Püree cremiger zu machen.

  6. Das Püree mit den Tempeh-Schnitzeln servieren und mit der Pilzsoße übergießen. Mit Petersilie bestreuen und Zitronenspalten dazulegen.

R993 Knusprige Tempehschnitzel mit Kartoffel-Pastinaken-Püree und Pilzsoße
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